Es begab sich einmal an einem schlimmen Freitagabend im Oktober Neunzehnhundertsiebenundachtzig, dass der «Bumä» mein Companion vom Rebstock, in die Saalsporthalle reiste, um unser neues Küchenmädchen aus Portugal abzuholen.

Dieses wurde damals vom Wirte­verein feilgeboten. Ein Jahr Gaschtroausbildung in der Schweiz, inklusive drei Wochen Schulkurs für 2’000 Stutz im Monat. Der Bumä ist ein schriller Zeitgenosse, muss man wissen. Manchmal zuverlässig und immer originell. Aber was er an diesem Abend ablieferte, übertraf sämtliche Erwartungen. Cristina! Wunderschön, mit dem leisen Charme und Stolz einer Westibererin. Augenblicklich war mir bewusst und glasklar, dass da meine grosse Liebe und die Mutter unserer Kinder vor mir stand, was sich kürzere Zeit später bewahrheitete.

Was folgte, war nicht minder hochinteressant und im Rebstock zu Thalwil begann die Ära des Zweischwesternhauses. Es war Cristinas Schwester Luisa die der Gästeschar den Kopf verdrehte und mit den schönsten Salattellern und den grössten Märängs, weitherum für Furore sorgte. Nur ein gutes Jahr dauerte die Episode Luisa. Sie musste in die Weite und auf einem grossen Schiff auf den Weltmeeren ihre Sporen abverdienen.

Es kam der Tag der Wahrheit, als mit Lina die jüngste Schwester von Cristina im Rebstock beginnen sollte. Es kam aber komplett anders als geplant. Der Platz im Rebstock wurde zu eng für alle. Als sich im entlegenen und beschaulichen Langnau die Gelegenheit bot, die renomierte Gastronomie Haslen zu pachten, schien der Zeitpunkt gekommen, den Grundstein für eine grössere Familiengeschichte zu legen.

Das war Anno 1992, Lina durfte auch nur ein gutes Jahr bleiben, weil es die Gesetze so beschrieben und die Schweiz nicht am Europäischen Wirtschaftsraum teilnehmen wollte. Cristina und ich hielten aber eisern durch, glaubten an unseren Traum von einer grossen Familie, die zusammen Berge versetzt.

Im gelobten Jahre 1999 war es dann soweit. Alle Bewilligungen lagen vor, der Umzug der zwei Schwestern zusammen mit ihren Männern von Sufers GR nach Langnau, erfolgte am 1. Oktober 1999.

Seither ist das Dreischwesternhaus ­Pizza-Dome Haslen eine unwiderrufliche Tatsache.